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Viel passiert und viel zu essen

2010 October 5
Posted by lari.kroeger

Lang, lang ist’s her als ich da lezte Mal was von mir hören lassen habe. In der Zwischenzeit is einiges passiert. Da war zum Beispiel unser Gastspiel bei der deutschen Botschaft zum Tag der deutschen Einheit in Chennai am letzten Dienstag. Auf diesen Tag haben wir uns alle gefreut, denn uns standen ein grandioses Büffet und frischegezapftes deutsches Bier in Aussicht. Nach einer holprigen Busstour waren wir nach drei Stunden Fahrt endlich in Chennai, dem ehemaligen Madras angekommen. Geladen wurde in ein Luxushotel. Indien machte seinem Ruf als Land der Extreme an diesem Tag wirklich alle Ehre. Das Stadtpanorama von Chennai wechselte im Minutentakt von einer Fahr durch Vorstädt mit heruntergekommen Häusern, Bettlern und Tempeln. Das Elend lag buchstäblich am Straßenand. Als wir dem Stadtzentrum näher kamen, erstrahlten Prachtnauten wie die Universität und Konsulate und boten sich einen Wettkampf um die prunkvollere Festbeleuchtung. Dazwischen hockten auch hier obdachlose Familien, zwei Schritte vom Überfluss entfernt.
Mit gemischten Gefühlen betrat ich dann auch das Meridian Hotel, in dem die Festlichkeit stattfand. Ich fühlte mich schon fast underdressed in meinem Salwar Kameez. Kronleuchter blinkten und Männer in Anzügen versuchten sich zu übertrumpfer, wer denn nun wichtiger oder erfolgreicher sei.
Unfreiwillig komisch war der indische Männechor, der die deutsche Nationalhymne mit indischem Akzent gesungen hat. Zwischen all den Wirtschaftsvertretern und deutschen Politikern fühlte ich mich irgendwie deplatziert. Kein Wunder, in Auroville bin ich in eine Kapsel (einer Hütte auf Stelzen) auf die Windarra Öko Farm gezogen. Ein größere Kontast zum einfachen Leben in Auroville war kaum vorstellbar. Mein Dusche besteht nun aus einem Wassereimer, aber ich liebe die Kapsel und das Leben auf Windarra. Kaum verwunderlich, wenn einem frischgepflükte Papayas in den Küchenschrank gestellt werden…Apprpos Essen, zurück nach Chennai. Das Essen war mit Abstand das beste am ganzen abend. Neben Rotkohl, Spätzel und Knödeln gab es auch eine Vielzahl an indischen Currys, vornehmlich vergetarisch. Indien ist ein Paradies für Vegetarier. Sehr prkatisch. Ein weiteres Büffet war für die Desserts vorbehalten. Von Mousse au Chocolate über frisches Obst und Eis gab es alles was das Herz begehrte. Dazu ein Gläschen Champagner und ein Radeberger. Ich habe das Essen wirklich sehr genossen, allerdings war ich auch nicht trauig darum, wieder in den Bus nach Auroville zu steigen.
Die Fahrt nach Chennai hat nicht nur deutlich gemacht, wie nah Elend und Überfluss buchstäblich beieinander liegen, sondern auch, das Auroville Indien light ist. In Auroville ist man geschützt vor den starken Eindrücken in der Stadt. Den Dörfer um Auroville geht es Verhältnismäßig gut und man lebt sein Leben in der Community. Um Indien hautnah mitzuerleben, muss man auf Reisen gehen.
Da ich im Moment viel arbeite, kann ich mir einige urlaubstage ansparen. Wir haben hier ein Projekt, das norindische Seidenweber in Varanasi, ehemals Benares, unterstützt (www.varanasiweavers.in). Immer wenn ich mich mit dem Projekt, oder dem Seidenbuch, an dem wir schreiben, beschäftige, habe ich große lust, Varanasi zu besuchen. Generell möchte ich weitere Teile Indiens kennenlernen. Die Arbeit bei Upasana kommt mir da gerade recht. Mit dem Konzept “Knowing India through Textile” versucht man, jeden Staat oder Region Indiens durch Stoffe und Schnittmuster zu würdigen. Die Recherche dazu macht großen Spaß und man lernt seine Kleidung ganz neu werzuschätzen. Es steckt eine Menge Arbeit in einem Baumwoll Salwar-Kameez.
Letztes Wochenende fand im Youth Center das Expression Festival statt. Vier Tage lang konnte man zu verschiedener Musik tanzen (reggae, latein-amerikanische Musik, Goa und Psy Trance) und nachmittags an Workshops im trommeln oder jonglage teilnehmen. der ablauf war nicht gerade durchorganisiert, aber mittlerweile gewöhnt man sich daran, dass Indien vom Chaos-Prinzip regiert wird. die Woche zuvor haben wir mit Fluo-Farben, die im Schwarzlicht leuchten , herumexperimentiert und verschiedene deko Gegenstände für das festival hergestellt. Es war ein gelungenes Wochenende und die Käsecrepes, die am Youth Center verkauft wurden werden mir noch lange in bester Erinnerung bleiben (mjammi).

Der World-Bamboo-Day

2010 September 20
Posted by lari.kroeger

Am Wochenende hat das Bamboo-Research-Center den World-Bamboo-Day veranstaltet. Mit Bambus-

  • Fahrädern
  • Häusern
  • Essen
  • Geschirr
  • Musikinstrumenten
  • …und Fashion

Die Bamubus-Klamotten wurden von Weltwärtsler kreiert und gemodelt haben…dreimal raten…auch weltwärtsler. Was für großen Spaß sorgte. Ich habe glaube ich noch nie soviel Bambus gesehen, wie an diesem Tag. Hier ein paar Impressionen: Robert mit Bambus-Musikinstrumenten, die Fashion-Show mit Yoga-Posen

Seiden-Motte im Büro

2010 September 13
Posted by lari.kroeger

Gerade ist etwas unglaubliches geschehen:

In Upasana liegen überall Raupenkokns rum, die für eine Geschenkbox als Anschauungsmaterial dienen sollen. Über Nacht muss eine Motte geschlüpft sein, die es sich auf dem Bücherregal im Büro gemütlich gemacht hat. Boris, so haben wir sie oder ihn getauft, ist ein ganz schön großer Brummer: Er hat in etwas 20 cm Flügelspannweite!

Sieht Boris nicht wunderschön aus?

Upasana Mangerin Inge mit Boris

Der Monsun ist da

2010 September 13
Posted by lari.kroeger

ich habe mich mittlerweie schon gut einelebt und kann es kaum glauben, dass ich erst seid 3 Wochen hier bin. Im Moment wohne ich noch in meinem Treehouse fünf Meter über dem Erdboden und erstaunlicherweise, trotz Palmenblätterdach, hält es auch dem stärksten Regen stand. Die Leute in Evergreen, die Community in der ich gerade lebe, sagen sogar, dass das Baumhaus auch einen Zyklon überstanden hat…nu denn ;) .

Ich werde gleich Plastikbehältnisse einkaufe gehen, denn gerscheint die Sonne. Wenn ich Glück habe, ist meine Wäsche heute abend trocken und ich kann alles luftdicht verschließen. Lari vs. Schimmel 1:0. Mal sehen obs was taugt. Appropos: Meine Mofa hat mich zwar am Samstag durch den tiefsten Schlamm gefahren, aber dann am Sonntag-Nachmittag ihren Dienst quittiert. Ich werte das mal als Zeichen, aufs Fahrrad umzusteigen. Ich bin mal gespannt, wie das klappt.